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Lebenserwartung und Lebensstil.
Was immer vermutet wurde - jetzt ist es bestätigt worden, schwarz auf weiss: Eine gesunde Lebensweise erhöht die Lebenserwartung.
Gleich zwei hochrangige Studien wurden Anfang 2009 zu diesem Thema veröffentlicht. Eine so genannte „Meta-Studie“, d. h. die
zusammenfassende Auswertung vieler einzelner Studien, publiziert im angesehenen Fachblatt „Lancet“, hat nach Auswertung von nicht
weniger als 900.000 Fällen bestätigt, dass die Lebenserwartung eindeutig vom BMI (Body-Mass-Index) abhängt. Verglichen mit einem
optimalen BMI von 20 bis 25 kg/m2 war ein jeweils um 5 Punkte erhöhter BMI mit einer jeweils um 30% höheren Sterberate verbunden.
Eine weitere Studie - ebenfalls 2009 erschienen - untersuchte den Zusammenhang zwischen anderen Qualitäten der Lebensführung,
nämlich Ausmass körperlicher Aktivität, Vitamin-C-Blutspiegel als Ausdruck des Konsums von Obst, Salat und Gemüse sowie Nikotin- und
Alkoholkonsum. Auch hier zeigte sich ein überraschendes Ergebnis: Menschen mit gesundem Lebensstil hatten im Schnitt eine um 14 Jahre
erhöhte Lebenserwartung gegenüber der Gruppe mit ungesundem Lebensstil. Oder - anders ausgedrückt - das Mortalitätsrisiko (Sterberisiko)
der letztgenannten Gruppe war um das Vierfache erhöht!
Betrachtet man beide Studien im Zusammenhang, fällt das Urteil noch gravierender aus, denn die Effekte des gesunden Lebensstils
einerseits und des Körpergewichts andererseits dürften sich in der Summe noch deutlich stärker auswirken. Und: vergleicht man die
Auswirkungen im Vergleich zu diversen Pharmaka, können diese weder unter Nutzen- noch unter Kostenaspekten auch nur entfernt denselben
Effekt herbeiführen.
Versicherer und Politik scheinen diese Zusammenhänge nur wenig zu interessieren. Während die Krankenkassen nämlich Ausgaben für Medikamente
in der Regel ohne Wenn und Aber erstatten, werden Konzepte zur Gewichtsreduktion, Raucherentwöhnung oder Motivationsprogramme, welche die
körperliche Aktivität der Betroffenen steigern sollen, nur im Einzelfall und - wenn überhaupt - mit riesigem bürokratische Aufwand erstattet.
Ob Politik und Kassen mit dieser Philosophie die knappen Ressourcen schonen, scheint eher unwahrscheinlich.
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Berlingen, 10.07.2009
Dr. Roland Ballier
Leitender Arzt der Fachkurklinik Seeblick, Berlingen
Präsident der Swiss Society for Anti Aging Medicine and Prevention |
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